Ist die Wasserpfeife schädlich?

Dieser Report berichtet von der Schädlichkeit der Shisha. Er wird in drei Teilen veröffentlicht. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, Sie werden mit Sicherheit überrascht sein, denn dieser Artikel beruht auf wissenschaftlichen Tests und nicht auf einer schönen Geschichte.

Die lästige Sache mit der Schädlichkeit Teil II

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Shisha an sich, samt gerauchtem Tabak. Shishatabak enthält je nach Sorte verschieden hohe Nikotinwerte und kann sich in der Herstellung deutlich unterscheiden, wenngleich die Auswirkungen nicht mit denen des Pfeifenmodells zu vergleichen ist. Die Testshisha ist eine original iranische Pfeife mit einem überdurschnittlich großen Kopf. Dadurch passt mehr Tabak in den Kopf und Ergebnisse können von sich von anderen Shishas unterscheiden.

Übrigens beziehen sich die Testergebnisse auf Naturkohlen, „Nicht-Selbstzünder“, wie sie auch genannt werden. In diesem Fall testen Andrej und sein Team mit Kokosnussschalen-Kohle eines bekannten Herstellers. Diese Information stellt sich später als wichtig heraus, Messungen mit Selbstzündern in Tablettenform ergeben grotesk hohe Teer- und Schadstoffwerte, hier sei also Vorsicht geboten!

Die Frage ist nun noch, ob die Ergebnisse repräsentativ sind oder nur Beispielwerte. Daher testet Andrej noch mit zwei anderen Wasserpfeifen, eine davon mit einer extrem kurzen Rauchsäule, was sich auch deutlich auf den Teergehalt im Aerosol auswirkt. „Halb so große Shisha = doppelt so viel Teer!“, lautet eine Faustregel, die allerdings ohne Gewähr ist, erzählt Andrej.

Welche Bedeutung hat das für die Shisha-Szene in Deutschland, vielleicht weltweit?

Eins ist klar: Die Erforschung des Shisharauchs steckt noch in Kinderschuhen, viel zu ungenau wurde bisher getestet und ebenso gestaltet sich die Berichterstattung. Man darf eben nicht alles glauben, was im Fernsehen gesagt wird, soviel steht fest. Es bleibt aber die Hoffnung, dass die aktuellen Tests des BfR endgültige Sicherheit gibt. Für jeden, der so „gesund“ wie möglich blubbern möchte, hat Andrej auch noch ein paar Tipps:

  • Lässt der Kopf im Geschmack merklich nach, sollte keine weitere Kohle nachgelegt werden! Sobald die Feuchtigkeit zum großen Teil verdampft ist, liegt der Tabak ungeschützt im Köpfchen, wo er sich schnell aufheizt und anbrennt. (Warum deutscher Shishatabak von vorneherein so trocken ist, erscheint in diesem Kontext übrigens schon fast als Beihilfe zum Selbstmord durch den Staat. Statt vor Schaden zu bewahren, wird der Shishafreund in Deutschland zum Kauf von vermeintlich gefährlicherem, trockenem Tabak gezwungen!)
  • Das Reinigen der Shisha ist ein Muss! Sauberes Wasser nimmt mehr Nikotin auf, saubere Rauchsäulen erhalten den Geschmack besser und verringern die Aufnahme von Stoffen, die Krebs und andere Erkrankungen herbeiführen. Auch der Schlauch muss beachtet werden, ist er nicht waschbar, sollte er regelmäßig ersetzt werden. Außerdem sollte die Rauchsäule nie glatt sein, an einer rauen Oberfläche bleiben bedeutend mehr Schadstoffe hängen! Ist die Rauchsäule sehr glatt, kann zum Beispiel Stahlwolle sehr hilfreich sein.

Andrej arbeitet zurzeit übrigens an seinem nächsten Projekt, einem elektrischen Kohleersatz, der den Teergehalt fast komplett eliminieren soll.

Wir dürfen gespannt sein…

Erik P.

PS: Wir bedanken uns ganz herzlich bei Andrej S. und wünschen ihm für seine Zukunft und weiteren Projekte viel Erfolg, Spaß und das nötige Durchhaltevermögen!